Die Blumenwiese
Prachtvolles Blütenmeer
Auf den Wiesen darf wachsen, was sonst als Unkraut im Garten selten geduldet wird. Entsprechend bunt geht es zu. Alte Nutzpflanzen wie Waid, Topinambur und Haferwurzel, Gewürze wie Rosmarin, Salbei, Thymian und Boretsch, Heilkräuter wie Beinwell, Johanniskraut und diverse Sorten von Glockenblumen, Königskerzen, Disteln und Nelken sind hier zu finden. Diese Artenvielfalt erfreut nicht nur das Auge der Spaziergänger*innen, sondern noch viel mehr eine große Menge an Insekten, Spinnen, Reptilien, Säugetiere und Vögel, die hier Nahrung und Unterschlupf finden. Viele Pflanzen suchen sich selbst ihren Platz. Sie wandern, breiten sich aus und ziehen sich zurück. Jedes Jahr überrascht uns von neuem, wo Purpurbocksbart und Kuckuckslichtnelke blühen, während Akelei und Akanthus recht standorttreu sind.
Es summt und brummt
Wiesen sind sehr artenreiche Lebensräume. Überlässt man sie sich selbst, so verwandeln sie sich in Wald. Zuerst wuchern die Brombeeren, dann folgen Büsche und Bäume. Deshalb sind Wiesen auf die großen Pflanzenfresser angewiesen. Wo sie fehlen, muss der Mensch eingreifen: Wir müssen die Wiese mähen. Durch die Häufigkeit der Mahd beeinflussen wir, welche Pflanzen hier gedeihen. Denn die Kräuter und Gräser benötigen Zeit, damit ihre Samen reifen können. Manche Arten müssen gezielt reduziert werden. Dabei versuchen wir die Wünsche der Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu berücksichtigen.
Paradiesische Vielfalt
Im Winzer’schen Garten finden sich auf kleinem Raum drei Bereiche, die sich durch ihren Bewuchs deutlich unterscheiden. Zwischen Fächer und Nutzgarten unter dem großen Ahornbaum befindet sich eine ‚klassische‘ Wiese. Hier setzen im Frühjahr die Narzissen ein Ausrufezeichen. Oberhalb des Nutzengartens wachsen im Steilhang Gräser und Kräuter, die Hitze und Trockenheit ertragen können. Zudem macht es der Boden selbst dem amerikanischen Wein (Vitis americana) schwer, sich hier zu behaupten. Unterhalb des Nutzgartens haben Wildstauden ihr Revier. Der dichte und hohe Bewuchs dient als Schutzraum, auch um einen Sturz an dem unwegsamen Abhang zu vermeiden. Erst kurz vor Beginn der Vegetationsphase werden die alten Pflanzenreste hier entfernt, um während des Winters es an Nahrung nicht mangeln zu lassen.
Fast über das gesamte Jahr blüht es im Winzer’schen Garten. Lassen Sie sich überraschen. Unsere Blumen sagen mehr als tausend Worte.