Wer wir sind

Die Idee

Nachdem 2011/12 im Rahmen des Projekts StadtParkLandschaft auf dem Gelände des Winzer’schen Gartens ein Projekt der Bielefelder Drogenberatung in Zusammenarbeit mit dem städtischen Umweltbetrieb die alten Strukturen freigelegt hatte, stellte sich die Frage nach der zukünftigen Gestaltung. Wegen der Folgekosten lag es nahe, auch hier Rasenflächen wie in den Parkanlagen des Johannisbergs anzulegen. Damit hätte der Winzer’sche Garten seinen besonderen Charakter verloren.

Für eine andere Lösung engagierte sich zusammen mit einer Gruppe Bielefelder Bürger*innen der Landschaftsarchitekt Eike Ehrig: Das Eigentümliche dieses Gartengrundstücks sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. Um sich jedoch vom Botanischen Garten sowie vom Garten des Bauernhausmuseums zu unterscheiden, entstand die Idee, einen Weinberg anzulegen. Dafür sprachen der Name Winzer’scher Garten und die Lage am Südhang des Johannisbergs. Einen Weinanbau hatte es hier bisher noch nicht gegeben.

Um diese Pläne zu realisieren, musste ein Verein gegründet werden, der die Pflege des Geländes in Eigenleistung übernahm. 2013 wurde die Gesellschaft Winzer’scher Garten e.V. (GWG) gegründet. Zu den Zielen des Vereins gehört, einen Weinberg sowie einen Nutz- und Blumengarten anzulegen und sich auch sozial zu engagieren. Schließlich hatte ja das Projekt der Drogenberatung wichtige Vorleistungen erbracht. Große Aufgaben für einen kleinen Verein.

Die Ausführung

2013 wurden die ersten Rebstöcke der Sorte Vitis americana im oberen Teil gepflanzt. Im Mai 2014 fand als erste größere Aktion des Vereins die Bepflanzung des unteren Fächers mit der Rebsorte Muscat bleu statt. Etwa 70 Bielefelder*innen beteiligten sich daran unter Anleitung von Mitarbeitern des Weingutes Schloss Johannisberg im Rheingau, das die Anlage eines Weinbergs in Bielefeld großzügig unterstützte. Auf der Terrasse hinter dem Steintor wurde ein Blumen- und Nutzgarten angelegt. Am 15. Juni 2014 konnten die Bielefelder Bürger bei der feierlichen Eröffnung des Winzer’schen Garten mit einem Glas Wein in der Hand die neue Gestaltung in Augenschein nehmen.

Damit nahm der Verein seine Arbeit auf. Als erster Vorsitzender wurde Christian Ebeler gewählt, 2024 löste ihn Holger Dainat in dieser Funktion ab. Jährlich finden im Frühjahr der Rebschnitt statt und ein großer Frühjahrsputz, um Platz für die neuen Triebe zu schaffen. Während der Gartensaison trifft sich zumeist samstags ein gutes Dutzend Mitglieder, um Blumen und Nutzpflanzen zu hegen. Anschließend sitzen wir oft bei Kaffee und Kuchen, auch mal bei einem Glas Wein zusammen. Manchmal bedarf es des Trostes und der gegenseitigen Ermutigung, weil die Pflanzen alle guten Absichten zu überwuchern drohen. Motivierend sind auch die Gespräche mit Spaziergänger*innen, von denen wir viel Lob für unser Engagement erhalten.